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allgemeine Tipps zum Zeichnen:

- Motivwahl:
Die besten Zeichnungen entstehen, wenn man ein Motiv wählt, das einem auch selbst gefällt und mit dem man eine Verbindung aufbauen kann.
Es ist gut, wenn man sich im klaren ist was man mit der Zeichnung beabsichtigst, egal ob es nur eine Skizze, eine Übung oder ein komplexes Kunstwerk ist. Ich habe für gewöhnlich eine Intention, ein Gefühl oder ein Bild im Kopf, das ich darstellen möchte, bevor ich mit einer neue Zeichnung beginne. Zudem muss man sich bewusst sein, dass ein schönes Foto nicht automatisch ein gutes Motiv für eine Zeichnung ist.

- Grundumrisse aufs Papier bringen & Proportionen:
Es gibt einige Hilfsmittel die man zum Übertragen von Proportionen verwenden kann. Dennoch ist es sehr von Vorteil für einen Künstler, wenn er fähig ist menschliche Proportionen freihändig zu zeichnen (Tutorial: Gesichtsproportionen). Dies braucht zwar mehr Guduld und Übung, doch es zahlt sich aus. Speziell wenn man aus der Vorstellung zeichnet ist dies unumgänglich. Auch grundlegende Fakten zur menschlichen Anatomie zu wissen, macht die Darstellung um einiges leichter.

Natürlich kann man für realistische Zeichnungen einige Hilfsmittel verwenden.
Viele Künstler verwenden die Rastermethode. Die Vorlage wird in beliebige Kästchen eingeteilt und anschließend so auf das Zeichenpapier übertragen. Alte Meister wie Albrecht Dürer entwickelten sogar eine Rastermethode um Realmotive zu porträtieren und Leonardo DaVinci erfand die Camera Obscura.

Ich selbst verwende keine Rastermethode, da ich das Bild als ganze sehen muss. Ich messe allerdings selbst mit allen möglichen Methoden, auch mit Lineal nach.
Prinzipiell ist jedem selbst überlassen welche Methode er oder sie bevorzugt und es gibt diesbezüglich keine Regeln. Es ist auch nicht verwunderlich, wenn man einige Stunden braucht um die Umrisse zu zeichnen.
Die Umrisse zu zeichnen kann teilweise einige Stunden in Anspruch nehmen.

 

- Schattieren und Blenden / Wischtechnik: >
- Die richtige Schattierung macht eine Zeichnung erst realistisch und und dreidimensional.
Mein Tipp ist immer zuerst die Schattierung mit Bleistift zu zeichnen und erst dann zu verwischen. Beginnt man zu früh die Wischtechniken (Watte, Wischer etc. ) anzubringen, wird das Ergebnis oft etwas schmierig und flach.
Wenn man Probleme beim Schattieren haben würde ich raten zuerst an einfachen Gegenständen zu üben, wie etwa Bälle, Zylinder und alle möglichen Formen.
- Von hell zu dunkel zeichnen. Es ist immer möglich eine helle Stelle zu verdunkeln, aber schwierig eine dunkle Stelle aufzuhellen.
- Es gibt keine harten Linien am menschlichen Körper. Man muss die Form mit allen Schattierung und Highlights zeichnen.
- Für gewöhnlich gibt kein Weiß am Körper (außer vielleicht ein weißes T-Shirt). Auch der hellste Ton kann mit einem harten (hellen) Bleistift gezeichnet werden oder durch richtige Wischtechnik erzielt werden.

zeichnen lernen - schattierung zeichnen lernen - schattierung
inkorrekter Schattierung und unsauberer Wischerei vs. sauberer Übergang von hell auf dunkel

 

- Gutes Licht:
Gutes Licht ist sehr wichtig beim Zeichnen. Bei einer schlechten Lichtquelle bekommt man möglicherweise eine falsche Vorstellung von hell-dunkel Tönen. Sobald man das Resultat in gutem Licht sieht, kommt es zur Enttäuschung.

- Details:
Jedes Detail ist wichtig. Eine realistische Darstellung setzt sich aus vielen kleinen Details zusammen (siehe unten). Desto mehr man sein Motiv studiert desto mehr Details erkennt man.

jack close up, cat eyes

- Fehler:
Sie passieren. Wir alle lernen daraus. Zurücklehnen, entspannen und versuchen das Detail später zu verbessern.

- Keine Eile:
Der Schlüssel zu jeder realistischen detaillierten Zeichnung ist Geduld. Sobald man unruhig wird und anfängt schlampig zu werden, ist es besser eine Pause einzulegen. Zeichnen ist kein Rennen.

- Eigener Stil:
Man kann von anderen Künstlern lernen, aber es bringt nichts sie zu kopieren. Finde deinen eigenen Stil. Schlussendlich ist es das, was deine Zeichnungen einzigartig macht. Außerdem, vergiss "does and don'ts". Wenn es für einen selbst funktioniert, ist es richtig.

- Das Auge trainieren:
Es ist sehr von Vorteil die eigene Wahrnehmung zu schulen. Mit der Zeit lernt Formen, Schattierungen und dergleichen besser zu sehen. Es gibt auch einige Übungen um das Auge zu trainieren, wie etwa 3D-Bilder zu verwenden (Stereogramme). Dadurch lernt man leichter von einem starren Fokusieren (wie z.b. am Computer) zu einem weichen peripherer Blick (weiches, breites Sehen, Blick in die Ferne) zu wechseln.

- Der Trick ist...zeichnen.
Egal wie talentiert jemand ist, Übung ist der Schlüssel zum Erfolg.
Hin und wieder ein paar Skizzen oder kleine Zeichnungen zu machen, verhilft ebenfalls die Fähigkeiten zu erweitern. Wann immer man sich danach fühlt, kann man den Skizzenblock oder etwas Zeichenpapier zur Hand nehmen und los zeichnen. Auf diese Weise hab ich selbst meine Leidenschaft für das Zeichnen zurückgewonnen.
Habe Geduld und nimm dir Zeit. Genau wie jeder Sportler trainieren muss, muss jeder Künstler viel zeichnen um weiter zu kommen.

vergleich von zeichnungen