Wie zeichnet man ein Gesicht – Gesichtsproportionen frontal

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Ein Gesicht realistisch und klar wiedererkennbar zu zeichnen ist eine der größten zeichnerischen Herausforderungen. Der erste und wichtigste Schritt ist die Proportionen korrekt zu zeichnen.
Es gibt kein Patentrezept, aber ich kann einige Tipps und Merkmale weitergeben.



Als Beispiel ist unten eine Skizze eines sehr symmetrischen Gesichts (Jodie Comer / Villanelle aus der Serie Killing Eve):

Skizze eines sehr symmetrischen Gesichts. Zeichnung um Gesichtsproportionen zu erkennen.

Die Augen sind nahezu in der Mitte des Kopfes. Daher der Abstand von Augen zu Kinn und Augen zu Scheitelpunkt ist in etwa gleich.
Zur Veranschaulichung sind die Linien in Augenhöhe horizontal sowie durch die Kopfmitte vertikal eingezeichnet.

Dazu kann das Gesicht 3-geteilt werden:
1/3 reicht vom Haaransatz bis zur Augenbrauenmitte
2/3 Augenbrauenmitte bis Nasenspitze
3/3 Nasenspitze bis Kinn

Weiters misst der Abstand zwischen den Augen selbst eine Augenbreite.
Die Nasenbreite reicht in etwa bis zur Augeninnenseite, die Mundwinkel Grenzen in etwa an die innere Seite der Pupillen.
Es ist jedoch zu beachten, dass jedes Gesicht anders ist und diese Maße abweichen können.

Hier ist ein zweites Beispiel (Sandra oh als Eve in Killing Eve) und ein Grund warum man sich nicht zu sehr auf die klassische Proportionen fixieren sollte:

Proportionen zeichnen lernen - Skizze

Die Augen sind wieder ein gute Anhaltspunkt und sind in der Mitte des Gesichts.
Zu beachten ist auch, dass der Kopf leicht geneigt ist.
Die 3-teilung ist hier nicht exakt, da die Augenbrauen deutlich höher stehen und die Stirn dadurch verkürzt wird.
Es sorgt allerdings für einen hohen Wiedererkennungswert und kann daher zum Zeichnen sogar einfach sein.

Als letztes Beispiel ist hier noch eine schnelle Skizze von James Dean:

Für Männer gelten in etwa dieselben Proportionen. Stirnbein, Kinn und Kiefer sind häufig markanter, ebenso die Augenbrauen dicker und die Lippen dünner.

Wie übt man das?
– Wähle eine Vorlage in 1:1 Größe der Zeichnung aus und drucke diese am besten aus.
– Analysiere zuerst die Proportionen und zeichne sie eventuell auf der Vorlage ein – Augenmitte, 3-teilung etc.
– Anschließend versuche die Proportionen möglichst genau zu übertragen. Zum Messen verwende ich meist nur den Bleistift. Zur Analyse kann auch ein Lineal hilfreich sein.
– Überprüfen kann man das Ergebnis leicht mit einem Bildbearbeitungsprogramm. Dafür ein Foto der Zeichnung als neue Ebene über das Originalbild legen und die Deckfähigkeit verringern. So ist leicht erkennbar welche Fehler auftreten und man kann diese verbessern.

Viel Spaß beim Üben!